Ein Team zusammenbringen mit einem Geschenketausch, ohne Budget
Teambuilding hat ein Budgetproblem: Was Menschen zusammenbringen soll, kostet Hunderte pro Kopf, frisst einen Tag im Kalender und bleibt vor allem als Tag im Kalender in Erinnerung.
Ein Geschenketausch kostet zehn Euro pro Person und einen Nachmittag. Er wirkt außerdem besser, und das liegt nicht an den Geschenken.
Was tatsächlich passiert
Um für eine Kollegin etwas zu kaufen, muss man etwas an ihr bemerkt haben. Nicht die Stellenbezeichnung — etwas anderes: dass sie mit dem Rad kommt, dass sie ununterbrochen von einer bestimmten Serie redet, dass die Pflanze auf ihrem Schreibtisch eingeht.
Dieses Bemerken ist die ganze Übung. Alles, was ein moderierter Workshop herzustellen versucht, passiert von allein und leise, in der Woche, in der jemand über ein Geschenk nachdenkt.
Warum auslosen und nicht sammeln
Sammellisten machen eine Person für die Gefühle aller verantwortlich und alle anderen für nichts. Die organisierende Person kauft, der Rest überweist acht Euro, und niemand hat an irgendwen gedacht.
Die Auslosung verteilt das Nachdenken. Zwölf Personen heißt zwölf Personen, die jeweils über eine Kollegin nachgedacht haben — zwölfmal mehr Aufmerksamkeit als eine Karte, die zum Unterschreiben herumgeht.
Damit es im Büro funktioniert
Die Grenze niedrig halten, und ernst meinen. Zehn Euro. In einem Team mit unterschiedlichen Gehältern — und die sind immer unterschiedlich — ist eine hohe Grenze nicht großzügig, sondern ein Vergleich, um den niemand gebeten hat.
Sagen, dass Selbstgemachtes und Gebrauchtes zählen. Ausdrücklich, in der ersten Nachricht. Das verschiebt die Übung vom Ausgeben zum Auswählen, und darum geht es.
Keine Pflicht daraus machen. Irgendwer hat einen Grund, nicht mitzumachen, und nicht immer einen, den er erklären möchte. Ein Ausstieg, der sozial nichts kostet, hält die Sache angenehm.
Die Zuteilungen wirklich geheim halten. Die halbe Wirkung steckt im Raten am Ende. Eine Tabelle, die die organisierende Person lesen kann, ist eine Tabelle, die irgendwer vorliest.
Was zu vermeiden ist
- Scherzgeschenke über die Arbeit. Eine Tasse über Deadlines ist einmal witzig, im Raum, und danach ist es eine Tasse.
- Alles, was Körper oder Privatleben betrifft. Die Grenze ist einfach: Was du in einer Besprechung nicht sagen würdest, packst du nicht ein.
- Die Führungskraft gedankenlos mitmachen lassen. In kleinen Teams ist das in Ordnung und sogar gut. In hierarchischen ändert es, was man kauft, wenn man die eigene Führung zieht — und was man sagt, wenn sie einen zieht.
Der Nachmittag selbst
Vierzig Minuten. Alle packen gleichzeitig aus, dann geht es reihum: herzeigen und raten, wer es ausgesucht hat. Falschraten ist das, was danach wiedererzählt wird.
Danach zurück an die Arbeit. Eine Teamübung, die vor dem Mittagessen endet, ist eine, der die Leute noch einmal zustimmen.